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MARTINI NF 1931

Martini 1931

Grosse 6-Zylinder Martini mit ca. 4400 cm3 wurden von 1926 bis 1933 hergestellt, die meisten als MARTINI SIX FU, FUG + NF. Eingesetzt wurden die qualitativ hochwertigen Fahrgestelle für Aufbauten als Luxus-Limousinen, carrossiert von namhaften Schweizer Carrosserie-Firmen wie Ganglof Genf, Ramseier Bern, Hohner St.Gallen, Reimbord&Christé in Basel und vor allem der SIG in Neuhausen. Viele Fahrgestelle erhielten Aufbauten als Lieferwagen für 1,5 Tonnen Zuladung. Einige erhielten Aufbauten für die Sanität, Feuerwehr und andere kommunale Dienste.

Unser Fahrgestell mit Motor wurde ca. 1930 konstruiert. (Aussage des damaligen Verantwortlichen der Sanität, genau lässt sich dies nicht mehr feststellen, da die Archive ca. 1958 bei Berna in Olten vernichtet wurden) Es wurde an mehreren Messen und Ausstellungen unkarrossriert gezeigt. Nach langen Verhandlungen, diversen Modifikationen mit der Montage des neuen Martini NF-Kühlers und auf speziellen Wunsch des damals sehr luxuriösen ZF-Afon-4-Ganggetriebes, wie sie auch in den seltenen Maybach-Automobilen Verwendung fanden, wurde das Fahrgestell nach Basel geliefert.

Martini 1931

Die Carrosserie Köng in Basel fertige darauf gemäss Wunsch + Offerte der Sanität Basel einen Krankentransport-Aufbau. Das Fahrzeug war in der Sanität Basel von 1933 bis ca. 1968 in Betrieb, zuletzt als Reservefahrzeug für spezielle Dienste. 1969 kaufte Herr Werner Christen, Carrossier aus Reinach den Martini direkt von der Sanität Basel, inkl revidiertem Ersatzmotor und vielen Ersatzteilen wie Scintilla Vertex Zündung/Lichtmaschine und neue Hinterachsteile mit Schnecke und Ritzel aus Messing. Da einer der Angestellten des Krankentransportdienstes den hinteren Aufbau-Koffer des Martinis als Unterstand für seine Velos im Garten gebrauchen konnte, wurde das Fahrzeug ohne Koffer geliefert. Werner Christen hat die gekauften Teile gereinigt und in dunkelblau neu lackiert.

Martini 1931

1971 hat die Firma Wenger den Betrieb von Herrn Christen übernommen. Da Ruedi Wenger zu dieser Zeit von seinem Studienaufenthalt mit Meisterprüfung und Carrosserie-Techniker Diplom in den elterlichen Betrieb zurückkam, hat er sich gleich des Martini angenommen. Nach diversen Studien alter Pläne und Zeichnungen hat sich Ruedi Wenger seine Traum-Carrosserie als „Cabriolet de ville“ auf dem Martini aufgebaut, das heisst die fehlenden Teile der Carrosserie ersetzt und neu konstruiert. Die Motorhaube, Spritzwand, Armaturenbrett, Fontbodenteile wie alle 4 Kotflügel und Trittbretter wie die komplette elektrische Anlage sind original. Viele Original-Beschläge und Teile wurden bei der Carrosserie verwendet. Das Verdeck mit Gestänge wurde komplett neu angefertigt .

Martini 1931

Parallel dazu hat sich Ruedi Wenger für alles interessiert, was den Namen Martini trägt. Er hat sehr viele Fotos, Prospekte und Berichte über Martini zusammengetragen. Er kennt heute viele Besitzer und die meisten noch existierenden Martini. An Sonderausstellungen und „Cordège“ in St.Blaise und Neuchâtel war er mehrfach anwesend. Auch wurde er vor Jahren zu einem Rallye nach Frauenfeld in die Firma Martini eingeladen. Es existieren mehrere Berichte über diesen Martini in Büchern (Ernest Schmid) Schweizer Automobile, (Harward Schrader) Klassische Automobile, Steiger Autos, (Michael Schick) wie auch eine Briefmarkenausgabe mit Zeichnungen dieses Martini.

Im Schweizer Motor Veteranen Club SMVC und im Veteran Car Club Suisse Romande VCCSR hat Ruedi Wenger mit dem Martini an vielen Rallyes mit Erfolg teilgenommen.
In Neuchâtel an einer Fahrt auf dem „Chaumont“ hat der Martini sogar den Tagessieg in einer Gleichmässigkeitsfahrt errungen. Die grösste Fahrt von Basel über Genf, das Rhônetal bis nach Aix en Provence, Cannes, Rallye über Grass und Fréjus und zurück über Monte Carlo, Savona, Turin, Bahnverlad Simplon/ Lötschberg und zurück nach Hause hat der Martini ohne Probleme zurückgelegt. Auch von einer wöchigen Fahrt mit dem VCCSR zu den Loire-Schlössern hat uns der Martini gut wieder nach Hause gebracht.

Martini 1931

In den 37 Jahren wurde fast alles revidiert und fahrtauglich gehalten. Der Motor wurde vor einigen Jahren komplett zerlegt, neu ausgebüchst und alles revidiert. Der Kühler erhielt kürzlich ein neues Element. Auch das Getriebe wurde revidiert durch die Firma Grell in Rheinfelden.

Martini 1931

Vor der „Martini“ Ausstellung, anlässlich des OTM (Oldtimer + Teilemarkt) 2008 in Fribourg, zu welcher Ruedi Wenger als Vorstandsmitglied des organisierenden SCR (Swiss Car Register) alle ausgestellten Martini organisiert hat, wurde der Martini NF nochmals überarbeitet. Das Heck wurde angepasst zur Aufnahme eines originalen Martini Gepäckkoffers. Auch das Verdeck wurde ersetzt und diverse Beschläge und Rahmen neu vernickelt.

Martini Werbetafel

Nach der Revision der Bremszylinder der hydraulischen Bremsen wurde der Wagen zur Abnahme der Motorfahrzeugkontrolle in Basel im Juli 2008 vorgeführt.

Ruedi Wenger

Martini Plakat

 

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